Was Online-Wahlhilfen wie Smartvote können und was nicht

Die im Zuge der Dig­i­tal­isierung ent­stande­nen Online-Wahlhil­fen wie Smartvote sind beliebt. Vor den Wahlen 2015 nutzen sie 84 Prozent der Nation­al- und Stän­der­atskan­di­dieren­den und fast jed­er 5. Wahlberechtigte. Online-Wahlhil­fen ver­sprechen uns Durch­blick im Infor­ma­tions­d­schun­gel. Doch kön­nen sie ihr Ver­sprechen hal­ten? Die fol­gen­den fünf Punk­te erk­lären anhand des Beispiels Smartvote, was Online-Wahlhil­fen kön­nen und was nicht.

1. Vere­in­fachung des Wahlentschei­ds

Smartvote emp­fiehlt diejeni­gen Kan­di­dieren­den zur Wahl, die am ehesten dem per­sön­lichen Pro­fil entsprechen. Dies bedeutet eine grosse Erle­ichterung für die Benutzerin­nen und Benutzer, da ohne Tool der Überblick über die Kan­di­daten­po­si­tio­nen schnell ver­loren geht.

Folien Daniel Schwarz: Mehr Transparenz, stärkere Accountability, smartere Politik?
Abbil­dung 1: Schwarz 2017: Folie 5

2. Verbesserung in Infor­ma­tion­stand, Trans­parenz und «Account­abil­i­ty»

Durch Smartvote sind mehr poli­tis­che Infor­ma­tio­nen ver­füg­bar, und sie sind ein­fach­er zu beschaf­fen. Die poli­tis­chen Posi­tio­nen von Parteien und Kan­di­dat­en wer­den offen und ver­gle­ich­bar kom­mu­niziert (Trans­parenz), die Kan­di­dieren­den kön­nen eher für eine zur eige­nen Hal­tung abwe­ichen­den Posi­tion zur Rechen­schaft gezo­gen wer­den (sog. «Account­abil­i­ty»).

Folien Daniel Schwarz: Mehr Transparenz, stärkere Accountability, smartere Politik?
Abbil­dung 2: Schwarz 2017: Folie 12

3. Steigerung von Par­tizipa­tion und poli­tis­ch­er Bil­dung

Smartvote bringt Wahlberechtigte eher zur Urne, allerd­ings darf dieser Effekt nicht über­schätzt wer­den: Nutzerin­nen und Nutzer solch­er Tools sind per se eher poli­tisch inter­essiert und wür­den wohl auch ohne das Tool wählen gehen. Dafür steigen die poli­tis­chen Ken­nt­nisse sowie die (sub­jek­tive) Befähi­gung zur Wahlteil­nahme.

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Abbil­dung 3: Schwarz 2017: Folie 27

4. Verbesserung der Repräsen­ta­tion (ver­mut­lich)

Die Beziehung zwis­chen Elek­torat und Gewählten wird enger: die Posi­tio­nen gle­ichen sich an.

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Abbil­dung 4: Schwarz 2017: Folie 31

5. Ver­nach­läs­si­gung von Soft Skills und Wahlsys­tem

Einige per­sön­liche Eigen­schaften der Kan­di­dieren­den wie Eig­nung, bish­eriger Leis­tungsausweis, Sym­pa­thie oder Glaub­würdigkeit wer­den bei der Wahlempfehlung nicht berück­sichtigt. Auch wichtige Eigen­heit­en des Wahlsys­tems, etwa Wahlhür­den oder mögliche Lis­ten­verbindun­gen, wer­den ignori­ert.

Folien Daniel Schwarz: Mehr Transparenz, stärkere Accountability, smartere Politik?
Abbil­dung 5: Schwarz 2017: Folie 13


Quelle: Schwarz, Daniel (2017). Mehr Trans­parenz, stärkere Account­abil­i­ty, smartere Poli­tik? Der Ein­fluss von Online-Wahlhil­fen auf die Demokratie. Präsen­ta­tion im Rah­men der Ringvor­lesung «Dig­i­tal Democ­ra­cy: Wie die Dig­i­tal­isierung die Demokratie verän­dert». Uni­ver­sität Zürich, 23. Novem­ber 2017.

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