50 Jahre Année Politique Suisse: Jubiläumsveranstaltung am 24. und 25. November in Bern

Sind Stimm­bürg­erin­nen und -bürg­er kom­pe­tent genug, um über kom­plexe Sachvor­la­gen zu entschei­den? Müssen sie das über­haupt sein? Oder gibt es auch ein Recht auf emo­tionale Abstim­mungsentschei­de? Und welche Rolle spie­len die Medi­en bei der Mei­n­ungs­bil­dung? Diese und weit­ere Fra­gen wer­den am 24. und 25. Novem­ber im Rah­men der Jubiläumsver­anstal­tung von Année Poli­tique Suisse an der Uni­ver­sität Bern disku­tiert.

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Die poli­tis­che Beteili­gung von Bürg­erin­nen und Bürg­ern gilt als Leben­sad­er der Demokratie. Es wird von ihnen erwartet, dass sie sich eine Mei­n­ung bilden, um darauf auf­bauend eine Entschei­dung fällen zu kön­nen.

Es gibt zwei Extremvorstel­lun­gen, wie eine Mei­n­ung zus­tande kommt bzw. kom­men sollte: Auf der einen Seite wird eine Mei­n­ung autonom, durch sys­tem­a­tis­ches Abwä­gen unter­schiedlich­ster Argu­mente gebildet. Auf der anderen Seite ist eine Mei­n­ung lediglich das Resul­tat mehr oder weniger geschick­ter Bee­in­flus­sung durch unter­schiedliche poli­tis­che Akteure.

Zwis­chen diesen bei­den Extremvorstel­lun­gen lassen sich laufende Diskus­sio­nen über das Funk­tion­ieren der Mei­n­ungs­bil­dung in der direk­ten Demokratie der Schweiz ein­teilen: Ein­er­seits wird der Aus­gang von Abstim­mungen als das Resul­tat ein­er weise agieren­den Stimm­bevölkerung beschrieben, die die in der Öffentlichkeit disku­tierten Argu­mente klug gegeneinan­der abwägt. Ander­er­seits ver­mis­cht sich die Skep­sis gegenüber den poli­tis­chen Kom­pe­ten­zen der Bevölkerung mit der Angst, dass Abstim­mungsentschei­de durch finanzkräftige Akteure bee­in­flusst wer­den.

Doch wer hat Recht?  Dieser und weit­eren Fra­gen wie beispiel­sweise die, ob Stimm­bürg­erin­nen und -bürg­er über­haupt genü­gend kom­pe­tent für das Fällen kom­plex­er Sachentschei­de sind oder ob Abstim­mungen mit Geld entsch­ieden wer­den kön­nen, geht Année Poli­tique Suisse im Rah­men seines Jubiläums nach.

50 Jahre Année Poli­tique Suisse — Infor­ma­tio­nen zur Jubiläumsver­anstal­tung
Per­sön­lichkeit­en aus Poli­tik, Medi­en, Ver­wal­tung und Wis­senschaft disku­tieren diese Fra­gen am 24. Novem­ber. Auf ein­lei­t­ende Worte von Wal­ter Thurn­herr (Bun­deskan­zler) und Kurt Nuspliger (Präsi­dent der SAGW-Kom­mis­sion APS) fol­gt eine Podi­ums­diskus­sion. Die Teil­nehmenden sind Karin Bauer (Jour­nal­istin), Emil­ia Pasquier (Geschäfts­führerin foraus), Bar­bara Per­ri­ard (Lei­t­erin Sek­tion Poli­tis­che Rechte Bun­deskan­zlei), Mar­tin Baltiss­er (ehem. Gen­er­alsekretär SVP) und Adri­an Vat­ter (Pro­fes­sor für Schweiz­er Poli­tik Uni­ver­sität Bern). Mod­er­a­tion: Markus Häfliger (Bun­de­shausredak­tor Tages-Anzeiger/Der Bund).

Am 25. Novem­ber wer­den die Fra­gen im Rah­men ein­er pop­ulär­wis­senschaftlichen Tagung mit Beiträ­gen von Lau­rent Bern­hard, Fran­cis Cheve­nal, Nathalie Giger, Lukas Gold­er, Tom Häus­sler, Anja Hei­del­berg­er, Michael Her­mann, Simon Lanz, Thomas Mil­ic, Alessan­dro Nai, Liv­io Rac­cuia und Hans-Peter Schaub analysiert. Sämtliche Beiträge der Tagung wer­den auf DeFac­to aufgeschal­tet.

Für Medi­en­schaf­fende und Studierende find­et eben­falls am 25. Novem­ber ein Infor­ma­tion­ssem­i­nar zur Arbeit mit den Quellen des Année Poli­tique Suisse und ander­er Infor­ma­tion­stools zur Schweiz­er Poli­tik unter der Leitung von Marc Bühlmann und Mar­lène Ger­ber statt.

Hier geht’s zur Anmel­dung an die Jubiläumsver­anstal­tung (bis zum 20. Novem­ber möglich). Alle Detail­in­for­ma­tio­nen find­en sich im Pro­gramm. Die Ver­anstal­tung richtet sich an ein inter­essiertes Pub­likum und ist kosten­los.

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