Bevölkerungsrat 2025 diskutiert steigende Gesundheitskosten 

Der «Bevöl­ke­rungs­rat 2025» wird sich dem drin­gen­den The­ma der stei­gen­den Gesund­heits­kos­ten wid­men. Im Rah­men einer Medi­en­kon­fe­renz am 25. Juni in Bern wur­den die 100 Per­so­nen aus­ge­lost, die ab Novem­ber 2024 am Bevöl­ke­rungs­rat teil­neh­men wer­den. Das Pro­jekt – eine Zusam­men­ar­beit der Uni­ver­si­tä­ten Zürich und Genf – will her­aus­fin­den, inwie­fern ein Bevöl­ke­rungs­rat zur Qua­li­tät der öffent­li­chen Debat­te und zur poli­ti­schen Lösungs­fin­dung bei­tra­gen kann. Koor­di­niert wird das For­schungs­pro­jekt vom Zen­trum für Demo­kra­tie Aar­au. 

Die Kos­ten im Gesund­heits­we­sen sind seit län­ge­rem ein zen­tra­les Anlie­gen der Schwei­zer Bevöl­ke­rung. Eine kürz­lich durch­ge­führ­te Umfra­ge des Zen­trums für Demo­kra­tie Aar­au in Zusam­men­ar­beit mit dem Bun­des­amt für Sta­tis­tik und gfs.bern zeigt, dass über 40 Pro­zent der Befrag­ten die stei­gen­den Gesund­heits­kos­ten im Bevöl­ke­rungs­rat the­ma­ti­sie­ren möch­ten – noch vor Ener­gie­ver­sor­gung, Neu­tra­li­täts­po­li­tik, Finan­zie­rung der Alters­vor­sor­ge und Europapolitik.

«Mass­nah­men zur Sen­kung der Gesund­heits­kos­ten wer­den seit vie­len Jah­ren inten­siv in den poli­ti­schen Gre­mi­en und mit den zahl­rei­chen Akteu­ren des Schwei­zer Gesund­heits­we­sens ver­han­delt. Auch die Par­tei­en arbei­ten eng mit ihrer Basis, mit Öffent­lich­keit und Zivil­ge­sell­schaft an Lösun­gen für die­se Her­aus­for­de­rung, die uns alle betrifft. Ich bin sehr gespannt zu sehen, was der Bevöl­ke­rungs­rat für neue Impul­se in die Debat­ten bringt», sagt Natio­nal­rä­tin Mela­nie Mett­ler, Mit­glied der Kom­mis­si­on für sozia­le Sicher­heit und Gesund­heit des Natio­nal­rats und Teil der poli­ti­schen Begleit­grup­pe des Bevöl­ke­rungs­rats. Die poli­ti­sche Begleit­grup­pe mit Mit­glie­dern aus allen sechs Gross­par­tei­en beglei­tet den Bevöl­ke­rungs­rat in der Vor­be­rei­tung und tauscht sich mit den aus­ge­los­ten Teil­neh­men­den aus. 

 Öffentliche Meinungsbildung

Prof. Dr. Dani­el Küb­ler, Co-Initia­tor des Pro­jekts an der Uni­ver­si­tät Zürich, hält fest: «Der Bevöl­ke­rungs­rat bie­tet die Mög­lich­keit, inner­halb einer Grup­pe, wel­che die Bevöl­ke­rung in ihrer Viel­falt abbil­det, einen kon­struk­ti­ven Dia­log dar­über zu füh­ren, was sie bei den Gesund­heits­kos­ten für wich­tig erach­tet». Ein zen­tra­les Ziel sei es, einen ergeb­nis­of­fe­nen und infor­mier­ten Dis­kurs über die stei­gen­den Gesund­heits­kos­ten anzu­re­gen und damit zur Mei­nungs­bil­dung bei­zu­tra­gen. 

Es inter­es­siert die Fra­ge: Zu wel­chem Schluss kommt eine unab­hän­gi­ge Grup­pe zufäl­lig aus­ge­los­ter Per­so­nen, wenn sie sich mit Mass­nah­men zur Kos­ten­sen­kung im Gesund­heits­we­sen aus­ein­an­der­setzt? Durch die Ver­mitt­lung die­ser Ergeb­nis­se soll die Öffent­lich­keit bes­ser in die Lage ver­setzt wer­den, sich eine eige­ne Mei­nung zu bil­den. 

Rentnerinnen neben Jugendlichen

Um die Viel­falt der Schwei­zer Bevöl­ke­rung abzu­bil­den und unter­schied­li­che Mei­nun­gen ein­zu­be­zie­hen, wur­de ein zwei­stu­fi­ges Zufalls­ver­fah­ren ange­wen­det. 22’000 Per­so­nen wur­den für den Bevöl­ke­rungs­rat ein­ge­la­den. Aus den ein­ge­gan­ge­nen Anmel­dun­gen wur­den 100 Per­so­nen aus­ge­lost, die hin­sicht­lich Alter, Geschlecht, Aus­bil­dung und poli­ti­scher Ein­stel­lung mög­lichst divers sind. «Der Bevöl­ke­rungs­rat bil­det die Mei­nungs­viel­falt und die unter­schied­li­chen Erfah­run­gen der Schwei­zer Bevöl­ke­rung ab», sagt Prof. Dr. Nen­ad Sto­ja­no­vić, Co-Initia­tor des Pro­jekts an der Uni­ver­si­tät Genf, und ergänzt: «Das sind ganz nor­ma­le unab­hän­gi­ge Leu­te ohne Lob­by-Inter­es­sen: Im Bevöl­ke­rungs­rat sit­zen Elek­tri­ke­rin­nen neben Kin­der­gärt­nern und Rent­ne­rin­nen neben Jugend­li­chen». Das sei der gros­se Vor­teil sol­cher Los­ver­fah­ren. 

Auch die Öffent­lich­keit ist ein­ge­la­den, sich zum The­ma der stei­gen­den Gesund­heits­kos­ten ein­zu­brin­gen. Über eine Online-Platt­form kann sie ihre Prio­ri­tä­ten und Schwer­punk­te­ein­flies­sen las­sen. Die Vor­schlä­ge mit den meis­ten Stim­men wer­den dem Bevöl­ke­rungs­rat anschlies­send zur Dis­kus­si­on vor­ge­legt. 


Kurz zusam­men­ge­fasst: Mit dem For­schungs­pro­jekt «Bevöl­ke­rungs­rat 2025» wer­den neue kom­ple­men­tä­re For­men der Demo­kra­tie unter­sucht. Ein natio­na­ler Bevöl­ke­rungs­rat bringt 100 zufäl­lig aus­ge­los­te Ein­woh­ne­rin­nen und Ein­woh­ner aus der gan­zen Schweiz in den Aus­tausch über stei­gen­de Gesund­heits­kos­ten. Der Bevöl­ke­rungs­rat bie­tet die Mög­lich­keit, inner­halb einer Grup­pe, wel­che die Bevöl­ke­rung in ihrer Viel­falt abbil­det, einen kon­struk­ti­ven Dia­log dar­über zu füh­ren, was sie für wich­tig erach­tet. 

Wei­ter­füh­ren­de Infor­ma­tio­nen: www.pnyx25.uzh.ch 

Fotos der Medi­en­kon­fe­renz: https://flic.kr/s/aHBqjBvR5d 

Kon­takt: Loïc Schwab, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ver­ant­wort­li­cher 


Bild: © Bevöl­ke­rungs­rat 2025; Foto­graf Micha­el Geh­rig, Bern.

 

 

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