Seit den eidgenössischen Wahlen 2023 wurde in 14 Kantonen gewählt. Die kumulierte Entwicklung der Sitzverschiebungen zeigt eine klare Tendenz: Die SVP ist die dominierende Gewinnerin. Gleichzeitig kann auch die SP etwas zulegen. Demgegenüber stehen deutliche Verluste bei den Grünen sowie Einbussen von FDP und GLP, während Mitte und EVP weitgehend stabil bleiben. Insgesamt deutet die Zwischenbilanz eineinhalb Jahre vor den nächsten Nationalratswahlen auf eine beachtliche Verschiebung der politischen Kräfteverhältnisse nach rechts.
Die SVP baut ihre Dominanz weiter aus
Die SVP verzeichnet seit den eidgenössischen Wahlen 2023 eine aussergewöhnlich starke Serie kantonaler Wahlerfolge. Kumuliert gewinnt sie bis Ende März 2026 insgesamt 50 kantonale Parlamentsmandate hinzu. Damit baut sie ihre Stellung in den kantonalen Parlamenten deutlich aus und festigt ihre Rolle als klar stärkste Kraft.
Die Gewinne verteilen sich breit über die Kantone. Besonders deutlich fallen sie in Bern (+7) und St. Gallen (+7) aus, gefolgt von Schwyz (+5), Aargau (+5) und Obwalden (+5). Weitere substanzielle Zugewinne erzielt die SVP im Wallis (+4), in Neuenburg (+4), im Jura (+4), in Uri (+4) und in Solothurn (+4). Kleinere Gewinne verzeichnet sie in Nidwalden (+2), Schaffhausen (+1) und Basel-Stadt (+1). Einzig im Thurgau resultiert ein Verlust (-3).
Abbildung 1: Sitzverschiebungen bei kantonalen Parlamentswahlen. Entwicklung seit den Nationalratswahlen 2023 (NR)
Punkt: Sitzverschiebung gegenüber der letzten Wahl im selben Kanton; Linie: kumulierte Veränderung. Daten: BFS (Nr. je-d-17.02.05.01.03). Stand: 02.04. 2026 · Abbildung: Sophie De Stefani, DeFacto
Der SP gelingt die Trendwende
Neben der SVP weist einzig die SP eine positive Gesamtbilanz auf. Mit einem kumulierten Gewinn von 20 Mandaten gelingt ihr eine sichtbare Stabilisierung nach einer Phase mit wiederholten Verlusten.
Die grössten Zugewinne erzielt die SP in Neuenburg (+6). Dahinter folgen Schaffhausen (+4), Thurgau (+4) und Wallis (+4). Weitere Gewinne ergeben sich im Jura (+3) und in Bern (+3) sowie in Solothurn (+1), Basel-Stadt (+1) und Nidwalden (+1). Unverändert bleibt ihre Sitzzahl im Aargau. Demgegenüber stehen Verluste in Uri (-2), Schwyz (-2), Obwalden (-2) und St. Gallen (-1).
Die Grünen verzeichnen deutliche Verluste
Die Grünen gehören zu den klaren Verlierern der kantonalen Wahlen. Kumuliert verlieren sie seit den letzten eidgenössischen Wahlen 2023 in den kantonalen Parlamenten 26 Sitze. Der Abwärtstrend ist mit einer Ausnahme breit abgestützt.
Die grössten Verluste verzeichnen sie im Wallis (-5). Dahinter folgen Aargau (-4) und Neuenburg (-4) sowie St. Gallen (-3) und Jura (-3). Weitere Einbussen ergeben sich in Schaffhausen (-2), Nidwalden (-2) und Bern (-2). Kleinere Verluste treten in Thurgau (-1) und Solothurn (-1) auf. Unverändert bleibt ihre Sitzzahl in Uri und Basel-Stadt. Einzig in Schwyz (+1) erzielen sie einen Sitzgewinn.
Die FDP verzeichnet weitere Verluste
Auch bei der FDP setzt sich der negative Trend fort, sie verliert insgesamt 15 Mandate.
Am stärksten fällt der Rückgang in Uri (-4) aus, gefolgt von St. Gallen (-3). Weitere Verluste verzeichnet die FDP in Neuenburg (-2), Solothurn (-2) und im Jura (-2). Kleinere Einbussen ergeben sich in Schwyz (-1), Thurgau (-1), Obwalden (-1) und Nidwalden (-1). Zugewinne bleiben selten und beschränken sich auf Schaffhausen (+1) und Aargau (+1), während in Basel-Stadt, im Wallis und in Bern keine Veränderungen zu verzeichnen sind.
Abbildung 2: Sitzverschiebungen bei kantonalen Parlamentswahlen. Kumulierte Entwicklung der absoluten Sitzzahlen seit den Nationalratswahlen 2023 (NR)
Daten: BFS (Nr. je-d-17.02.05.01.03). Stand: 02.04. 2026 · Abbildung: Sophie De Stefani, DeFacto
GLP und Mitte ohne klare Dynamik
Die GLP verzeichnet ebenfalls eine negative Bilanz und verliert 10 Mandate. Die grössten Verluste treten in Thurgau (-3) und Neuenburg (-3) auf, gefolgt von Aargau (-2), Solothurn (-2) und Jura (-2). Weitere Einbussen ergeben sich in Schwyz (-1), Basel-Stadt (-1) und Bern (-1). Unverändert bleibt ihre Sitzzahl in Schaffhausen, im Wallis und in Nidwalden. Zugewinne bleiben die Ausnahme und treten in Uri (+3), St. Gallen (+1) und Obwalden (+1) auf.
Die Mitte verliert insgesamt 4 Mandate. Den grössten Verlust erleidet sie in Obwalden (-4), gefolgt von Bern (-3) sowie kleineren Einbussen in Uri (-1), Schwyz (-1) und Neuenburg (-1). Demgegenüber stehen Zugewinne im Thurgau (+3), im Jura (+2) und im Wallis (+1), während sie in mehreren Kantonen unverändert bleibt.
Auch die EVP verzeichnet insgesamt leichte Verluste (-4 Sitze). Während sie in Basel-Stadt (+1) zulegen kann, bleibt sie in mehreren Kantonen unverändert und verliert zuletzt in Bern deutlich (-4).
Asymmetrische Polarisierung
Die kantonalen Wahlergebnisse deuten auf eine zunehmende Polarisierung hin, die jedoch nicht symmetrisch verläuft. Während die SVP in 13 von 14 Kantonen Sitze hinzugewinnt und damit den rechten Pol klar stärkt, kann die SP zwar ebenfalls zulegen, jedoch deutlich weniger stark.
Gleichzeitig verlieren die Grünen in der grossen Mehrheit der Kantone Sitze, ebenso wie GLP und FDP. Die Zugewinne der SP vermögen diese Verluste im links-grünen Lager nicht auszugleichen. Das Resultat ist keine gleichmässige Stärkung beider politischer Pole, sondern eine Verschiebung des Gleichgewichts nach rechts.
Fazit: Klare Verschiebung nach rechts
Die kantonalen Wahlen seit 2023 zeigen ein konsistentes Muster: Die SVP dominiert die Zwischenphase bis Anfang 2026 und baut ihren Vorsprung weiter aus. Die SP kann sich stabilisieren und gehört ebenfalls zu den Gewinnerinnen. Demgegenüber verlieren FDP, GLP und insbesondere die Grünen an Boden. Die Mitte bleibt stabil, ohne jedoch eine eigentliche Aufwärtsdynamik zu entwickeln.
Unter dem Strich ergibt sich damit ein klarer Befund: Das politische Kräfteverhältnis verschiebt sich in den Kantonen seit den eidgenössischen Wahlen 2023 spürbar nach rechts. Ob sich dieser Trend bis zu den Nationalratswahlen 2027 fortsetzt, wird sich in den kommenden kantonalen Wahlgängen zeigen.
Hinweis: Dieser Beitrag ist eine aktualisierte Neuauflage des Beitrags vom 13. März 2025 auf Basis der seither durchgeführten kantonalen Wahlen.
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