Wie Parteien mit Vereinfachungen der Politik Wählerstimmen gewinnen

Journalisten und Beobachter suggerieren, dass die Verwendung einfacher Slogans und Sprache eine Kernsäule von Donald Trumps Kampagne zur Präsidentschaftswahl 2016 war. Einfache Messages für das Volk würden nicht nur die Aufmerksamkeit der Wähler gewährleisten, sondern auch Trumps Kontrahenten als vom Volk distanzierte Elite bloßstellen. Vor diesem Hintergrund haben wir untersucht, inwieweit politische Parteien in Deutschland und Österreich (1945-2013) diese Strategie verwenden und welche möglichen Konsequenzen die Vereinfachung des politischen Diskurses für Wähler hat.

FDP: Die Lieblingspartei der Wahlen 2015

Die FDP festigte bei den Eidgenössischen Wahlen 2015 ihre Stellung als führende Wirtschaftspartei. Die SVP legte dank einer soliden Wählerbasis und der Angst vor der Migration zu. GLP und BDP können nach wie vor nur auf eine kleine Stammwählerschaft zählen und werden zudem nicht als Problemlösungsparteien wahrgenommen. Das zeigen die Resultate der Schweizer Wahlstudie Selects, die heute veröffentlicht wurden.

Auswirkungen von Gemeindefusionen auf die lokale Demokratie: Beispiel Aarau-Rohr

Sechs Jahre nach der Fusion von Aarau und Rohr sind die Parteilosen aus der Aarauer Parteilandschaft verschwunden. Die aktuelle Grösse des Einwohnerrates ist mit 50 Sitzen jedoch angemessen. Eine Fallstudie des Zentrums für Demokratie Aarau (ZDA) in Aarau hat die Auswirkungen der Eingemeindung von Rohr auf die lokale Demokratie untersucht. Sie zeigt die politischen Folgen von Gemeindefusionen auf, die in der Schweiz grundsätzlich stärker zu beachten wären.

Die Kampagnenstrategien der Parteien bei den Nationalratswahlen 2015

Die Wahlkampfstrategie der SVP hob sich auch 2015 vom Vorgehen anderer Parteien ab. Die Partei schaltete schweizweit die grösste Anzahl an Zeitungsinseraten und setzte – wie auch die FDP – auf eine prononciert national geführte Kampagne. Das zeigt die Analyse der Wahlinserate der eidgenössischen Wahlen 2015, die von Année Politique Suisse durchgeführt wurde.

Die SeniorInnen – der heimliche Souverän?

Über 65-Jährige weisen die mit Abstand höchste Wahlbeteiligung auf und wählen im Schnitt deutlich konservativer als ihre jüngeren MitbürgerInnen. Aufgrund gestiegener Lebenserwartung und anhaltend tiefer Geburtenrate bilden sie zudem einen immer grösseren Teil der Stimmberechtigten. Ein Experiment mit Selects-Daten zeigt, wie sich die nationalen Parteistärken veränderten, wenn die jüngeren Generationen ihre Wahlcouverts fleissiger retournieren würden.

Parteienkonstellationen und die Einstellung zur EU

Welchen Einfluss hat die Parteienkonstellation auf die Einstellung der Bürger gegenüber der EU? Dieser Frage geht Rafaela Catena in ihrer Bachelorarbeit nach. Entgegen den Erwartungen stellt sich heraus, dass die Bürger in Ländern mit einem von linken Parteien dominierten Parteiensystem der EU gegenüber nicht unbedingt positiv eingestellt sind.

Die entzauberte Schweizer Demokratie

Der Aufstieg der SVP und die Polarisierung der Politik haben die Schweizer Demokratie grundlegend verändert. Bis in die 1980er-Jahre charakterisierten die drei – vielfach als magisch verstandenen – Grundprinzipien Souveränität, Bürgernähe und Konkordanz die Schweizer Politik. Diese Grundprinzipien haben sich im Zuge der Polarisierung der Politik stark verändert. Im neuen Sonderheft der Schweizer Zeitschrift für Politikwissenschaft werden verschiedene Aspekte dieser Veränderungen hin zur neuen, entzauberten Schweizer Demokratie untersucht.

Wie gerecht ist das Schweizer Wahlsystem?

DeDacto stellt in einer mehrteiligen Serie das neuste Werk “Wahlen und Wählerschaft” von Markus Freitag und Adrian Vatter vor. Der erste Beitrag stammt von Adrian Vatter. Er zeigt, wie Wahlsysteme den Charakter eines politischen Systems entscheidend prägen. In der Schweiz beeinflussen Wahlkreisgrössen und die Listenverbindungen besonders stark, wie Stimmen in Mandate umgewandelt werden. Das System benachteiligt kleine Parteien und belohnt Bündnisse. Nun wird eine Reform diskutiert.