Wut, nicht Angst, nährt populistische Einstellungen

Populisten zielen darauf ab, in Wählenden Emotionen zu schüren. Wir haben untersucht, in welchem Verhältnis Wut und Angst zu populistischen Haltungen stehen. Unsere Analyse zeigt, dass Wählerinnen und Wähler, die Populisten unterstützen, vor allem wütend sind. Folglich werden die Bemühungen, Fake News und sogenannte „post-truth“ Politiken zu bekämpfen, kaum Wirkung entfalten. Besser wäre es, den wirtschaftlichen Nährboden der Wut anzugehen. Das heisst, die etablierten Parteien müssten den Bürgerinnen und Bürgern überzeugende Angebote machen, volksnäher agieren und beispielsweise glaubhaft gegen die Korruption vorgehen.

Die drei Gesichter des Populismus in der Schweiz

Wenn hierzulande von Populismus die Rede ist, kommt man schnell auf die Schweizerische Volkspartei (SVP) zu sprechen. In einer vergleichenden Analyse zeigt sich, dass die Lega dei Ticinesi und das Genfer MCG genauso populistisch sind, vor allem was ihre charismatischen Führungspersönlichkeiten angeht. Allerdings unterscheiden sich die beiden kleinen, nur im jeweiligen Kanton aktiven Parteien in thematischer Hinsicht deutlich von der SVP.

Populismus vor und nach Trump und Brexit: Was macht populistische Mobilisierung aus und wo fällt sie auf fruchtbaren Boden?

In einer Sondernummer der Schweizerischen Zeitschrift für Politikwissenschaft (SPSR) beschäftigen sich Politikwissenschaftlerinnen und Politikwissenschaftler aus dem In- und Ausland mit der Frage, was Populismus ausmacht und was diese Form von Mobilisierung gegen das politische Establishment über die Zeit und über Länder hinweg verbindet.

Schwache Wahlbeteiligung nach Gemeindefusion

Die Anzahl Gemeinden in der Schweiz nimmt rasant ab. Seit 2000 wurden rund 800 von 2900 Schweizer Gemeinden aufgehoben. Die Reform der „Schule der Demokratie“ ist also in vollem Gange. Trotzdem wissen wir kaum, wie sich Fusionen auf die Gemeindedemokratie auswirken. In unserer Untersuchung zeigen wir, dass Fusionen das Funktionieren der lokalen Demokratie beeinflussen. Nach der Fusion beteiligen sich deutlich weniger Bürgerinnen und Bürger an Wahlen als vor der Fusion.

Direkte Demokratie in Zeiten individualisierter Mediennutzung

Die Veränderungen der Nutzungsgewohnheiten von Nachrichtenmedien führt in der Deutsch- und Westschweiz zwar nicht zu einer größeren Fragmentierung der politischen Öffentlichkeit, aber zu einer qualitativen Verschiebung: Die Tagesschau als zentrales Integrationsmedium wird abgelöst vom Gratismedium 20 Minuten und der indirekten Nachrichtenmediennutzung über Facebook, bluewin.ch und Suchmaschinen.

Können die Medien den Stimmentscheid der Bürgerinnen und Bürger beeinflussen?

In politischen Kampagnen spielen heutzutage die Massenmedien eine zentrale Rolle. Allerdings konnten die meisten Studien keine direkten Effekte der Ausrichtung der Medienberichterstattung auf den Stimmentscheid der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger nachweisen. Eine Analyse von drei eidgenössischen Volksabstimmungen zeigt nun auf, dass die Medien einen systematischen Einfluss bei der weitaus komplexesten Vorlage – der Unternehmenssteuerreform II – ausübten.

9. Aarauer Demokratietage: Rolle der Medien in der direkten Demokratie

Die 9. Aarauer Demokratietage rücken die Rolle der Medien in der direkten Demokratie in den Brennpunkt. Die zweitägige Veranstaltung findet am 16. und am 17. März 2017 statt und richtet sich an Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Medien sowie an die breite Öffentlichkeit. Alle Veranstaltungen sind öffentlich und kostenlos.

Lorsque les citoyens sont directement influencés par le contenu des médias

Les médias jouent aujourd’hui un rôle primordial dans les campagnes politiques. Cependant, la plupart des études empiriques portant sur le choix de vote des citoyens n’ont pas établi d’effets directs émanant de la couverture médiatique. L’analyse de trois votations fédérales démontre que les médias ont exercé une influence systématique pour la plus complexe et la moins familière d’entre elles – la réforme de l’imposition des entreprises II.

Est-ce que le droit de vote impose le devoir de se forger une opinion ?

Le droit de vote n’implique pas un devoir formel de se forger une opinion. Toutefois, le droit de vote implique un devoir moral d’exercer ce droit de manière responsable. Cela signifie notamment que les citoyennes et citoyens devraient prendre en compte des sources d’information et des opinions variées. Des plateformes où des opinions diverses se croisent et la mise à disposition d’informations factuelles vérifiées sont nécessaires pour faciliter une formation raisonnable des opinions.

Effektive Politikberatung in der Praxis – was Regierungen brauchen

Wissenschaftliche Politikberatung ist aktueller denn je. Weltweit suchen Regierungen nach den besten Konfliktlösungsstrategien. Die Herausforderung besteht darin, die Perspektiven auf die internationale Politik flexibel zu wechseln und eine aktive Bereitschaft zum Umdenken zu zeigen. Manuela Spindler, Professorin für Wissenschaftsphilosophie sowie Theorien der Internationalen Beziehungen, ist eine bekannte Vertreterin dieser Philosophie.

Am offenen Herzen der Gesellschaft forschen

Ulrike Klinger erforscht die politische Kommunikation auf Social Media. Nicht nur wir Normalbürger informieren uns über Twitter, teilen Persönliches auf Facebook und vertrauen Tinder-Algorithmen unsere Partnerwahl an. Auch Politiker haben Social Media entdeckt und nutzen sie fleissig – könnte man meinen. Doch dem ist nicht so. Wieso Politiker digital alles andere als erfolgreich sind, untersucht die Publizistikwissenschaftlerin der Universität Zürich (IPMZ).

Les jeunes profitent-ils du chômage ?

Contrairement à l’Espagne ou à la Grèce qui ont connu ces dernières années des taux de chômage avoisinant les 50 pourcents parmi les jeunes, la situation des jeunes sur le marché de l’emploi en Suisse semble idyllique avec un taux de chômage proche des 8 pourcents. Dès lors, pourquoi s’intéresser au chômage des jeunes ? Le chômage des jeunes est-il un problème uniquement lorsqu’il inquiète par l’ampleur du phénomène ? Dans un tel contexte, doit-on se préoccuper du fait que les jeunes profitent du chômage ?