Twitter & Co: Nicht nur Waffen der Demokratisierung

Die weltweite digitale Vernetzung wird von Wissenschaftlern, Politik und NGOs als Erfolgsgeschichte der Demokratisierung gefeiert. Millionen an Menschen sollen dadurch befreit und mobilisiert werden. Doch ist dem so? Anita Gohdes zeigt, wie sich auch Regimes die Eigenheiten von Social Media zu Nutze machen, beispielsweise im anhaltenden Krieg in Syrien.

Ce que les sciences sociales font aux discussions de bistrot

Dans un livre qui vient de paraitre, 17 jeunes chercheurs en sciences politiques ou sociales ont choisi de répondre à 15 questions qui fâchent ou que tout le monde se pose : les étrangers volent-ils notre travail ? Les citoyens sont-ils trop bêtes pour voter ? Peut-on tout dire au nom de la liberté d’expression ? Les jeunes profitent-ils du chômage ? En utilisant des outils scientifiques, mais en les rendant accessibles au grand public, les auteurs ont eu à cœur de proposer une réflexion à la fois exigeante et claire qui permette d’aborder de manière sérieuse des questions qui ne cessent de revenir dans le débat public et dont les réponses ne sont pas toujours celles que l’on croit. Un livre audacieux et stimulant, illustré par le dessinateur Mix & Remix.

Automatische Medieninhaltsanalyse – ein Bericht aus der Werkstatt

Die Schweizer Medien berichteten während des Wahlkampfs 2015 vor allem über gesellschaftspolitische Themen und den Wahlkampf selbst. Das zeigte die Selects Medienanalyse 2015. Im Unterschied zu traditionellen Medieninhaltsanalysen hat die Selects Medienanalyse 2015 erstmals auf ein automatisiertes Vorgehen gesetzt. Wir erklären hiermit das genaue Vorgehen der Selects Medienanalyse 2015, denn das entwickelte Verfahren kann allgemein für die Bearbeitung grosser Textmengen eingesetzt werden.

Zweite Röhre am Gotthard? Ja, aber…

57 Prozent der Stimmbürger sagten am 28. Februar 2016 Ja zur zweiten Gotthard-Röhre. Doch ein Mehrheitsentscheid zu Gunsten einer Vorlage kann häufig nicht als ein bedingungsloses Ja interpretiert werden. Schliesslich stecken hinter den individuellen Entscheidungen der Stimmbürger unterschiedliche Motive, wie Forschende der Universität Bern mittels einer neuen Vorgehensweise verdeutlichen.

Am offenen Herzen der Gesellschaft forschen

Ulrike Klinger erforscht die politische Kommunikation auf Social Media. Nicht nur wir Normalbürger informieren uns über Twitter, teilen Persönliches auf Facebook und vertrauen Tinder-Algorithmen unsere Partnerwahl an. Auch Politiker haben Social Media entdeckt und nutzen sie fleissig – könnte man meinen. Doch dem ist nicht so. Wieso Politiker digital alles andere als erfolgreich sind, untersucht die Publizistikwissenschaftlerin der Universität Zürich (IPMZ).

Wenn der politische Gegner zum Teufel wird, hat dies Konsequenzen auf die Politik

Die Schweiz gilt als das Paradebeispiel einer Konsensdemokratie. Doch unser politisches System ist konfliktreicher geworden. Das hat Folgen: Wird der politische Gegner als „Teufel“ gebrandmarkt, beschädigt dies das Vertrauen zwischen den einzelnen Akteuren. Kompromisse werden zunehmend schwieriger.

Sind Gemeindeversammlungen noch zeitgemäss?

In vier von fünf Schweizer Gemeinden wird bei Gemeindeversammlungen über lokale politische Geschäfte entschieden – doch immer weniger Stimmbürgerinnen und -bürger gehen überhaupt hin. Fast durchgehend untervertreten sind Junge und Neuzugezogene. Westschweizer und Tessiner Gemeinden setzen hingegen grösstenteils auf lokale Parlamente. In der Deutschschweiz ist allerdings kein Trend in diese Richtung zu erkennen.

Abstimmungsdemokratie – eine Herrschaft der Alten?

Wie in Grossbritannien so in der Schweiz: Die ältere Generation geht viel fleissiger an die Urne und überstimmt die Jungen, sei es beim Brexit oder bei der Masseneinwanderungsinitiative. So zumindest die gängige Meinung. Doch stimmt das überhaupt? Meine Analyse zeigt: So pauschal ausgedrückt, ist das falsch. Es gibt keinen generellen Generationenkonflikt in der Schweiz.

Auch EU-Kommissare denken nicht „europäisch“

Die Briten haben entschieden: Grossbritannien soll die Europäische Union verlassen. Dieser Entscheid zwingt die EU, Vertragsänderungen und institutionelle Reformen vorzunehmen. Unsere Analyse zeigt, dass bisher nicht einmal die Kommissare in der Europäischen Kommission wirklich „europäisch“ dachten. Das Projekt EU kann nur erfolgreich sein, wenn es sich wieder am alten Ideal der Subsidiarität ausrichtet und demokratischere Entscheidungsprozesse implementiert. Diese müssen unbürokratisch, transparent und möglichst nahe an der Bevölkerung sein, um ein Gleichgewicht zwischen nationalen Interessen und gesamteuropäischen Idealismus zu schaffen.

Wie Bundesräte ihr Vokabular ändern

Von Bundesrätinnen und Bundesräten wird gemeinhin erwartet, dass sie sich ein Stück weit von ihren Parteien emanzipieren und kollegial die Gesamtinteressen der Regierung vertreten. Ob und in welchem Ausmass dies tatsächlich der Fall ist, wird in den Medien immer wieder kontrovers diskutiert. Verändert sich die Wortwahl von National- und Ständeräten, wenn sie zu Bundesräten werden? Vertreten sie tatsächlich die Interessen der Gesamtregierung? Wie diese Untersuchung zeigt, verwandeln sich parteiorienteierte National- und Ständeräte tatsächlich in auf ihr Gebiet spezialisierte Bundesräte.

Was man über die Eurokrise wissen muss

Die Eurokrise ist die schwerste Wirtschaftskrise in der Geschichte der Europäischen Union (EU) und hat zusammen mit der globalen Finanzkrise bereits einen grösseren Schaden angerichtet, als die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre. Sie zog dabei gleichzeitig eine ernstzunehmende politische Krise mit sich, in der Konflikte sowohl innerhalb als auch zwischen den EU-Mitgliedstaaten die politische Stabilität und die europäische Integration als Ganzes bedrohen. Für eine Special Issue der Fachzeitschrift Comparative Political Studies haben führende Politökonomen die Eurokrise genauer beleuchtet. In diesem DeFacto-Beitrag fassen wir die wichtigen Erkenntnisse der Diskussionen zusammen.

Fracking in der Schweiz? Im Zweifelsfall nein!

Die Gasgewinnung mittels Fracking stösst in der Schweiz vielerorts auf Opposition. Auch wenn kaum konkrete Projekte existieren, haben einzelne Kantone bereits Verbote beschlossen. Die Analyse der politischen Prozesse hilft zu verstehen, wie es zu solchen Entscheidungen kommt. Ein häufiges Motiv: Fehlt das Wissen, kommt das Vorsorgeprinzip zum Tragen.