Abgrenzen oder Annähern – Wie sollen etablierte Parteien den Populismus schwächen?

Etablierte Parteien wollen Populisten schwächen, können ihre elitenkritische Haltung aber nicht einfach übernehmen. Die inhaltliche Annäherung an die populistischen Mitstreiter ist aber möglich, wie zum Beispiel Sebastian Kurz in Österreich gezeigt hat. Obwohl diese Taktik weit verbreitet ist, ist ihre erfolgreiche Umsetzung nicht leicht. Zudem kann sie auch bedenklich sein, da Parteien demokratisch wichtigere Aufgaben

Populismus: Zurück zu den Wurzeln

Um die Anziehung der damaligen rechtsradikalen populistischen Parteien zu verstehen, ist es essenziell, zu den Wurzeln des Phänomens zurückzukehren – im Ausland und zu Hause. Der heute beständige, verbale Angriff auf Europas muslimische Minderheit ruft die jahrhundertealte Kampagne gegen Katholiken in grossen Teilen der Vereinigten Staaten in Erinnerung, welche von der Angst vor einer «Invasion» und Unterwanderung genährt wurde. Die heutige identitäre Politik, zentral für die radikale rechtspopulistische Mobilisierung, ist nichts mehr als ein Wiederkäuen der Politik der Nostalgie, welche immer dem Nativismus innegewohnt hat.

Wut, nicht Angst, nährt populistische Einstellungen

Populisten zielen darauf ab, in Wählenden Emotionen zu schüren. Wir haben untersucht, in welchem Verhältnis Wut und Angst zu populistischen Haltungen stehen. Unsere Analyse zeigt, dass Wählerinnen und Wähler, die Populisten unterstützen, vor allem wütend sind. Folglich werden die Bemühungen, Fake News und sogenannte „post-truth“ Politiken zu bekämpfen, kaum Wirkung entfalten. Besser wäre es, den wirtschaftlichen Nährboden der Wut anzugehen. Das heisst, die etablierten Parteien müssten den Bürgerinnen und Bürgern überzeugende Angebote machen, volksnäher agieren und beispielsweise glaubhaft gegen die Korruption vorgehen.

Die drei Gesichter des Populismus in der Schweiz

Wenn hierzulande von Populismus die Rede ist, kommt man schnell auf die Schweizerische Volkspartei (SVP) zu sprechen. In einer vergleichenden Analyse zeigt sich, dass die Lega dei Ticinesi und das Genfer MCG genauso populistisch sind, vor allem was ihre charismatischen Führungspersönlichkeiten angeht. Allerdings unterscheiden sich die beiden kleinen, nur im jeweiligen Kanton aktiven Parteien in thematischer Hinsicht deutlich von der SVP.

Populismus vor und nach Trump und Brexit: Was macht populistische Mobilisierung aus und wo fällt sie auf fruchtbaren Boden?

In einer Sondernummer der Schweizerischen Zeitschrift für Politikwissenschaft (SPSR) beschäftigen sich Politikwissenschaftlerinnen und Politikwissenschaftler aus dem In- und Ausland mit der Frage, was Populismus ausmacht und was diese Form von Mobilisierung gegen das politische Establishment über die Zeit und über Länder hinweg verbindet.

Rechtspopulistisches Wählen: Alles nur eine Frage der Ausländerfeindlichkeit?

Die Unterstützung für rechtspopulistische Parteien in Westeuropa lässt sich nicht nur mit Ausländerfeindlichkeit erklären. Auch nicht-populistische Rechtsparteien können immigrationskritische Personen für sich gewinnen. Die Wählerschaft beider Parteien unterscheidet sich aber bezüglich ihres Vertrauens in das politische Establishment. Insgesamt schöpfen rechtspopulistische Parteien ihr Mobilisierungspotenzial schlechter aus, als gemeinhin angenommen wird.   Fremdenfeindliche Positionen sind ein Charakteristikum

Wie Globalisierung und Mediatisierung unsere Demokratien verändern

Der Nationale Forschungsschwerpunkt NCCR Democracy hat während zwölf Jahren erforscht, wie sich Demokratien im Zuge der Globalisierung wandeln, wie der Aufstieg der Populisten in Demokratien zu erklären ist und welche Rolle dabei das sich verändernde mediale Umfeld spielt. Letzte Woche wurden an der Universität Zürich die Hauptergebnisse präsentiert.