Irreführende Initiativtitel – Ist Nomen gleich Omen?

Die Gefahr der Irreführung durch Initiativtitel lässt sich für die Initiativen zwischen 2014 und 2016 nicht bestätigen – obwohl dieser Vorwurf insbesondere bei der Initiative für eine faire Verkehrsfinanzierung und der Pro Service Public-Initiative regelmässig vorgebracht wurde. Allerdings gibt es Initiativtitel, die sich die Stimmberechtigten besser einprägen können als andere. Dies zeigt die Analyse der Inhaltsangaben aus den Vox-Befragungen.

Abstimmungsprognose mit impliziten Messverfahren zeigt JA zur Atomausstiegsinitiative

Zum Zeitpunkt der Befragung noch unentschlossene Stimmbürger sind ein Problem für Trendbefragungen. Obwohl das in der Regel nur eine kleine Gruppe ist, können diese unentschlossenen Stimmbürger bei umstrittenen und dementsprechend knappen Abstimmungen (wie der Atomausstiegsinitiative) entscheidend sein. Die Umfrageforschung sollte darum auf Methoden zurückgreifen können, die auch für Personen, die keine Stimm- oder Wahlabsicht angeben, statistisch eine Präferenz berechnen können. Ich stelle im Folgenden ein implizites Messverfahren vor, welches unbewusste Einstellungen und Präferenzen der befragten Personen misst und im Vorfeld der Atomausstiegsinitiative zur Anwendung kam. Sämtliche auf diesen Daten beruhenden Prognosen zeigen, dass die Atomausstiegsinitiative am 27. November angenommen wird.

Campagnes négatives – c’est le ton qui fait la musique 

Les campagnes négatives sont partout, de la récente élection Américaine aux votations fédérales en Suisse. Elles ont le pouvoir de mobiliser les citoyens, mais aussi d’augmenter le cynisme et creuser le fossé entre peuple et gouvernements. Bien qu’elles aient des résultats incertains, elles émanent de considérations stratégiques ainsi que de la personnalité des candidats.  

Die SVP – die Männerpartei?

Unterstützen nur Männer die SVP? Meine Analyse zeigt, dass die geschlechtsspezifischen Unterschiede sowohl bei Wahlen als auch bei Abstimmungen über SVP-Initiativen und Referenden in die gleiche Richtung gehen. Frauen unterstützen die SVP zwar nicht überhaupt nicht, aber in einem geringeren Ausmass wie die Männer. Insgesamt ist die SVP als Partei attraktiver für Männer als für Frauen.

Back to the roots – gelingt Meinungsbildung an der Landsgemeinde besser?

Wie gut und wie ausgewogen die Stimmberechtigten über Abstimmungsvorlagen informiert sind, hängt auch davon ab, ob sie ihre Stimme an der Urne abgeben oder in einer Bürgerversammlung. Eine öffentliche Beratung mit gleichem Rederecht für alle ist nur an Versammlungen denkbar. Neue Daten zur Glarner Landsgemeinde zeigen nun, dass die Reden ihrer MitbürgerInnen eine wichtige Rolle für die Meinungsbildung der Stimmberechtigten spielen.

Sag mir, was Du liest und ich sag Dir, wie Du stimmst

In fünfzig Jahren Année Politique Suisse hat sich die Politik stark verändert, entscheidender aber noch die mediale Kommunikation über sie. Tageszeitungen als Stützpfeiler demokratischer Öffentlichkeit werden in regelmässigen Abständen totgesagt, das Leseverhalten der Bevölkerung – sofern überhaupt noch vorhanden – ist im Zeitalter von Facebook und Twitter radikalen Veränderungen unterworfen. Der mediale Wandel, der oberflächlich betrachtet Vernetzung und Vielfalt bringt, führt unter der Hand zu Isolation und Einseitigkeit. Der folgende Beitrag zeichnet die groben Linien diese Entwicklungen nach und skizziert die demokratischen Herausforderungen für die gegenwärtige Gesellschaft.

Lorsque les citoyens sont directement influencés par le contenu des médias

Les médias jouent aujourd’hui un rôle primordial dans les campagnes politiques. Cependant, la plupart des études empiriques portant sur le choix de vote des citoyens n’ont pas établi d’effets directs émanant de la couverture médiatique. L’analyse de trois votations fédérales démontre que les médias ont exercé une influence systématique pour la plus complexe et la moins familière d’entre elles – la réforme de l’imposition des entreprises II.

Est-ce que le droit de vote impose le devoir de se forger une opinion ?

Le droit de vote n’implique pas un devoir formel de se forger une opinion. Toutefois, le droit de vote implique un devoir moral d’exercer ce droit de manière responsable. Cela signifie notamment que les citoyennes et citoyens devraient prendre en compte des sources d’information et des opinions variées. Des plateformes où des opinions diverses se croisent et la mise à disposition d’informations factuelles vérifiées sont nécessaires pour faciliter une formation raisonnable des opinions.

Wie Emotionen in der Politik Sinn stiften und die Partizipation fördern

Die Schweizer Politik ist besonders intensiv auf Partizipation und konstruktive Dialoge angewiesen. Der Medienwandel bietet hierfür gerade dank einfacher emotionaler und persönlicher Ansprache eine Chance. Emotionsbewirtschaftung auf Social Media dient dabei als Katalysator und fördert den Konsum etablierter Medienmarken zur vertieften Informationsbeschaffung.

50 Jahre Année Politique Suisse: Jubiläumsveranstaltung am 24. und 25. November in Bern

Sind Stimmbürgerinnen und -bürger kompetent genug, um über komplexe Sachvorlagen zu entscheiden? Müssen sie das überhaupt sein? Oder gibt es auch ein Recht auf emotionale Abstimmungsentscheide? Und welche Rolle spielen die Medien bei der Meinungsbildung? Diese und weitere Fragen werden am 24. und 25. November im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung von Année Politique Suisse an der Universität Bern diskutiert.