Direkte Demokratie in Zeiten individualisierter Mediennutzung

Die Veränderungen der Nutzungsgewohnheiten von Nachrichtenmedien führt in der Deutsch- und Westschweiz zwar nicht zu einer größeren Fragmentierung der politischen Öffentlichkeit, aber zu einer qualitativen Verschiebung: Die Tagesschau als zentrales Integrationsmedium wird abgelöst vom Gratismedium 20 Minuten und der indirekten Nachrichtenmediennutzung über Facebook, bluewin.ch und Suchmaschinen.

Kandidatinnen in Medien unterrepräsentiert, aber gleich behandelt

Unterrepräsentiert, aber nicht genderspezifisch dargestellt. Auf diesen Nenner lässt sich die Darstellung der Kandidatinnen in den Medien im Vorfeld der eidgenössischen Wahlen 2015 bringen. Dies zeigt eine Studie der Eidgenössischen Kommission für Frauenfragen EKF, des Bundesamtes für Kommunikation BAKOM und der SRG SSR.

Sag mir, was Du liest und ich sag Dir, wie Du stimmst

In fünfzig Jahren Année Politique Suisse hat sich die Politik stark verändert, entscheidender aber noch die mediale Kommunikation über sie. Tageszeitungen als Stützpfeiler demokratischer Öffentlichkeit werden in regelmässigen Abständen totgesagt, das Leseverhalten der Bevölkerung – sofern überhaupt noch vorhanden – ist im Zeitalter von Facebook und Twitter radikalen Veränderungen unterworfen. Der mediale Wandel, der oberflächlich betrachtet Vernetzung und Vielfalt bringt, führt unter der Hand zu Isolation und Einseitigkeit. Der folgende Beitrag zeichnet die groben Linien diese Entwicklungen nach und skizziert die demokratischen Herausforderungen für die gegenwärtige Gesellschaft.

Ein starker Service public fördert das Vertrauen ins Mediensystem

Ein starker Service public fördert das Vertrauen ins Mediensystem. Das ist einer der Hauptbefunde der aktuellen Medienqualitäts-Forschung des fög-Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich, die an der gut besuchten Medienkonferenz vom 17. November 2016 in Bern vorgestellt wurden. Das Jahrbuch Qualität der Medien – Schweiz Suisse Svizzera erscheint in diesem Jahr bereits zum siebten Mal. Neben dem Jahrbuch wurden in diesem Jahr auch zwei Vertiefungsstudien präsentiert: eine international vergleichende Analyse zum Medienvertrauen und eine weiterführende Analyse zu den News-Repertoires der Schweizer Bevölkerung.