Kampagnentätigkeit bei verkehrspolitischen eidgenössischen Volksabstimmungen

Targeting ist in aller Munde – damit ist gemeint, dass die Finanzen politischer Kampagnen zielgerichtet eingesetzt werden. Investitionen lohnen sich dort, wo man sich Unterstützung verspricht: Also bei der eigenen Anhängerschaft oder bei Leuten, die sich von einer Vorlage besonders betroffen fühlen. Wie die folgende Analyse von Schweizer Verkehrsabstimmungen zeigt, werden in der Schweiz in den verschiedenen Kantonen unterschiedlichen Kampagnenstrategien angewendet.

Irreführende Initiativtitel – Ist Nomen gleich Omen?

Die Gefahr der Irreführung durch Initiativtitel lässt sich für die Initiativen zwischen 2014 und 2016 nicht bestätigen – obwohl dieser Vorwurf insbesondere bei der Initiative für eine faire Verkehrsfinanzierung und der Pro Service Public-Initiative regelmässig vorgebracht wurde. Allerdings gibt es Initiativtitel, die sich die Stimmberechtigten besser einprägen können als andere. Dies zeigt die Analyse der Inhaltsangaben aus den Vox-Befragungen.

Zweite Röhre am Gotthard? Ja, aber…

57 Prozent der Stimmbürger sagten am 28. Februar 2016 Ja zur zweiten Gotthard-Röhre. Doch ein Mehrheitsentscheid zu Gunsten einer Vorlage kann häufig nicht als ein bedingungsloses Ja interpretiert werden. Schliesslich stecken hinter den individuellen Entscheidungen der Stimmbürger unterschiedliche Motive, wie Forschende der Universität Bern mittels einer neuen Vorgehensweise verdeutlichen.