9. Aarauer Demokratietage: Rolle der Medien in der direkten Demokratie

Die 9. Aarauer Demokratietage rücken die Rolle der Medien in der direkten Demokratie in den Brennpunkt. Die zweitägige Veranstaltung findet am 16. und am 17. März 2017 statt und richtet sich an Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Medien sowie an die breite Öffentlichkeit. Alle Veranstaltungen sind öffentlich und kostenlos.

 

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Demokratien unterscheiden sich von anderen Regierungsformen durch die regelmässige Teilnahme der Bürgerinnen und Bürgern an politischen Entscheidungen. Aktive politische Beteiligung setzt Informiertheit voraus. Das gilt für Wahlen und ganz besonders auch für Abstimmungen über Sachfragen. Nur wer weiss, worum es bei einer Abstimmungsvorlage geht und welche Argumente dafür oder dagegen sprechen, kann sich eine fundierte Meinung bilden und entsprechend abstimmen. Die wichtigsten Vermittler politischer Informationen sind die Medien. Sie spielen eine zentrale Rolle in demokratischen Prozessen.

 

Dabei stellt die direkte Demokratie mit ihren häufigen Abstimmungen über komplexe Vorlagen besonders hohe Anforderungen an die Medien. Sie bietet ihnen insofern Chancen, als Abstimmungsdebatten öffentliche Aufmerksamkeit erzeugen und die Nachfrage nach Medienberichterstattung und kompetentem Journalismus steigern. Andererseits besteht auch das Risiko einer Überforderung der Redaktionen, vor allem bei einer Häufung von Vorlagen. Eine mögliche Folge davon ist, dass die Bürgerinnen und Bürger nur unzureichend informiert sind, sich bei der Meinungsbildung schwer tun und der Urne fernbleiben.

 

Der technologische Wandel im Medienbereich wirft zusätzliche Fragen auf. Digitale Informationstechnologien haben das Mediensystem tiefgreifend verändert – nicht nur in der Schweiz, sondern in allen westlichen Demokratien. Die neuen Technologien haben bei den Anbietern von Informationsinhalten zu neuen Strategien und Produkten geführt.

 

Dadurch stellen sich neue Fragen bei den gesetzlichen Regelungen für politische Werbung. Auch das Verhalten der Mediennutzenden hat sich grundlegend verändert. Soziale Netzwerke bieten Plattformen für die Informationsvermittlung, die zunehmend als Alternative zu den traditionellen Medien verstanden werden, besonders von Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

 

Daraus ergeben sich neue Anforderungen an die Politische Bildung und Vermittlung von Medienkompetenz.

 

Wie gehen Medienhäuser und Journalisten mit den Anforderungen der direkten Demokratie um? Welche Rolle spielen die Medien in Abstimmungskampagnen und bei der Meinungsbildung der Bürgerinnen und Bürger? Welcher Regulierungsbedarf hinsichtlich politischer Werbung ergibt sich aus dem technologischen Wandel im Medienbereich? Welche Konsequenzen hat der Wandel der Mediennutzung für die Politische Bildung? Diesen und weiteren Fragen widmen sich die 9. Aarauer Demokratietage.

 

An den Aarauer Demokratietagen werden Grundfragen der Demokratie im Lichte eines aktuellen Themas erörtert. Die Aarauer Demokratietage beginnen mit einem Grundsatzreferat, dem sich eine moderierte Podiumsdiskussion mit Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Medien anschliesst. Es folgen drei wissenschaftliche Workshops zu Einzelfragen. Alle Veranstaltungen sind öffentlich und kostenlos.

 

Donnerstag, 16. März, 17.30-19.30 Uhr
– Referat “Direkte Demokratie in Zeiten individualisierter Meinungsnutzung”, Prof. Dr. Katharina Kleinen-von Königslöw, Universität Hamburg
– Podiumsdiskussion mit Susanne Wille, Politjournalistin, Moderatorin SRF; Prof. Dr. Iwan Rickenbacher, Kommunikationsberater; Dr. Roger Schawinski, Journalist und Medienunternehmer; Peter Wanner, Verleger AZ Medien. Moderation: Pascale Bruderer Wyss, Ständerätin AG.
– Apéro riche

 

Freitag, 17. März, 9.15-15:30 Uhr: Wissenschaftliche Panels
– Panel 1: Medien im Abstimmungskampf: Berichterstattung und Wirkung
– Panel 2: Rechtliche Rahmenbedingungen der digitalisierten Medienlandschaft
– Stehlunch
– Panel 3: Politische Bildung im Zeitalter von Internet und Social Media

 

Zum Detailprogramm und der Anmeldung für die wissenschaftliche Tagung geht’s hier.


Die Spezialplattform von swissinfo.ch zur direkten Demokratie #DearDemocracy wird als Medienpartner ausführlich über die 9. Aarauer Demokratietage berichten.

 

Zudem werden sämtliche Referate der teilnehmenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auf DeFacto publiziert.

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